DER SCHLÜSSEL – aus Mittendrin – Leseprobe 3

16. Juli 2018 0 Von administrator

Malon goss auch Iris Kaffee ein und da kam ihr eine spontane Idee. Sie ging in ihr Schlafzimmer und kramte weiter in der Kiste, dort wo die Tagebücher drin waren… Es war nur so ein Gedanke… Und, ja, das Gefühl hatte sie nicht betrogen, da war es, das kleine Bild der Venus, das, was Claudius für sie gemalt hatte. Mal sehen wie Iris jetzt darauf reagierte. Sie schlenderte zurück in die Küche. „Ich habe letzte Nacht die ersten Tagebucheintragungen von Helena gelesen“, erzählte sie. „Von ihrem vierzehnten bis neunzehnten Lebensjahr.“

„Und?“, fragte Iris. „Langweilig?“

„Na ja, wie man es nimmt, vieles schon, aber einiges hatte es in sich. Hat sie dir jemals von ihren Jugendjahren erzählt Simon?“, fragte Malon neugierig.

„Hm…“

Ben schaute Malon an. Das war wirklich bisher nicht die Frage gewesen. Könnte jedoch zu vielen Dingen aufschlussreich sein, um das spätere Verhalten zu erklären. Er wurde neugierig, noch hatte er etwas Luft, bis zu seinem ersten Termin heute. Er platzierte den Laptop so, dass weder Simon noch Iris ihn gleich wahrnahmen, diese Aufzeichnungen waren wichtig.

„Nein“, sagte Simon jetzt nachdenklich. „Ich kann dir auch nicht sagen warum ich nie nachgefragt habe. Vielleicht weil sie schon so alt war, älter als alle anderen Mütter, und ich sie nicht verletzten wollte.“

„Weißt du denn, was du alles in die Kiste mit den Tagebüchern gepackt hast Iris?, fragte Malon jetzt.

„Nein, sah alles alt aus, interessierte mich nicht, deswegen habe ich es dir ja vorbeigebracht“, erhielt sie als Antwort. Iris hatte inzwischen gut zugelangt und auch Simon aufgefordert es ihr gleich zu tun, denn es würde ein anstrengender Tag.

„Also“, begann Malon. „Claudius von Bergheim hat Helena gemalt, dieses Bild war der Einstieg zu seiner Karriere.“

„Schön“, sagte Iris lapidar. „Sie muss schon ganz nett ausgesehen haben…“

Dann stutzte sie. „Das ist dann aber nicht das Bild von dem du  gesprochen hast, das Bild…“ Sie flüsterte jetzt. „… das sich verändert…“

„Nein“, erwiderte Malon. „Da hatte er die Fähigkeit wohl auch noch nicht. Dies war sein erstes Bild und das, hat dann wohl auch erstmal einen Skandal losgelöst.“

„Logisch, Skandale helfen oft jemanden bekannt zu machen“, konterte Iris gelangweilt.

„Er hat es sogar zweimal gemalt“, erzählte Malon weiter. „Einmal für seine Galerie

und einmal in Postkartengröße, dieses schenkte er Helena.“

Ben hob den Kopf, das klang nach etwas sehr Besonderen und er ahnte jetzt was

 

Malon vorhatte, die ihre Hand noch immer hinter dem Rücken hielt.

„Schau“, sagte Malon jetzt. „Das hat er gemalt, an ihrem neunzehnten Geburtstag.“

Sie legte das Bild auf Iris leer gefutterten Teller. Einen Moment war alles still, dann nahm Iris das Bild in die Hand.

„Sieh mal an“, sagte sie jetzt wieder als Helena. „Mein Bild, das was Claudius von mir malte, als ich mich noch im siebenten Himmel der Liebe mit ihm wähnte.“

Es klang bitter. Sie sah jetzt so aus wie sie wohl damals ausgesehen hatte, sie muss, das gab Malon zu, eine auffallende Schönheit gewesen sein.

„Warum…“, fragte Malon sie jetzt. „… klingen deine Worte so bitter?“

„Zwei Jahre“, sagte sie. „Zwei Jahre glaubte ich die einzige zu sein, die er liebte und begehrte. Ich glaubte, er würde mich heiraten wenn ich die Schule fertig habe und dann, dann stünde uns die Welt offen, wir beide, er und ich, würden die Welt aus den Angeln heben… Er hat mich zu einer Frau gemacht und zu seiner Geliebten. Er…“

Sie weinte jetzt. „…hat mich gemalt, nackt als Venus. Es gab einen riesigen Skandal als er das große Gemälde ausstellte und ein reicher Mann es kaufte zu einem Preis, bei dem auch meine Mutter nicht mithalten konnte.“

„Sein Glück war gemacht und meins… Verließ mich“, setzte sie ganz leise hinzu. „Mutter hat mich in ein Internat in der Schweiz verbannt. Isabella wurde gleich mit mir zusammen dorthin geschickt, weil sie nicht ähnliches von ihr erleben wollte. Meine brave Schwester… Niemals, die wurde ja rot wenn ein Mann sie lächelnd anschaute. Nun ja, gegen Mutters Wille war nicht anzukommen. Dieses Bild hat er vor dem Großen gemalt und signiert für mich. Ich habe es gut verstecken müssen, dass Mutter es nicht findet.“

Sie drehte es um, und zeigte es Simon und Ben. Beide schluckten. Oh ja, sie musste zu jener Zeit atemberaubend gewesen sein. Ben räusperte sich.

„Also alles was Recht ist, es zeigt eine Schönheit, die sich nicht verstecken muss.“

„Danke“, sagte sie zu Ben, erklärte dann: „Er hat mich geweckt, aus der etwas

aufmüpfigen eine Frau gemacht, die sich der Sinnlichkeit und dem Feuer der Liebe, die er in mir entfacht hat, hingegeben hat. Ohne Wenn und Aber, ohne die Konsequenzen die es nach sich zog zu beachten. Ich liebte und fühlte mich geliebt, bis zu jenem Tag als die Nachricht selbst ins Internat durchsickerte, dass der begnadete Maler Claudius von Bergheim, die junge hübsche Anna van Banten Hals über Kopf geheiratet hat. Ich wollte es nicht glauben, Nein, er liebte doch mich, mich… Hatte er nicht geschworen auf mich zu warten, bis ich mit der Schule fertig war? Ich war so verletzt, dann so wütend. Ich wollte nach Gut Lohen, Vaters Waffe holen und ihn erschießen. Ja, das wollte ich.“

Man sah ihr den Schmerz den diese Nachricht bei ihr hinterlassen hatte, an.

„Ich habe ihn so geliebt“, flüsterte sie. „So geliebt.“

Jeder glaubte ihr das ungesehen, so wie sie es hier zeigte.

„Wie…“, fragte Malon. „… bist du mit diesem Schmerz umgegangen?“

„Du meinst…“, fragte Helena. „… nach den ersten großen Schmerz, der mich weinen ließ, wie ich bis zur Geburt von Simon, da allerdings vor Glück, nicht mehr geweint habe?“

Malon nickte.

„Ich konnte nichts essen vor Schmerz, nichts trinken, ich wollte einfach nicht mehr leben. Denn mein Leben das war ER, Claudius, gewesen. Dann kam die Welle, jener Zeit die mich innerlich erstarren ließ, ich habe regelrecht gespürt, dass alles in mir vereiste und gleichzeitig blutete. Zu jenem Zeitpunkt hätte ich ihn, wäre er vor mir gestanden, eiskalt erschossen.“ Jetzt kam dieses diabolische wieder in ihren Blick, das habe ich verschoben, auf später. „Und ich habe ihn dabei voll angesehen und er mich, er hat genau gewusst warum ich mir das nicht nehmen lassen wollte.“

„Hat es dich denn glücklich gemacht Helena?“, warf Malon ihre nächste Frage ein.

„Ja, in dem Moment schon“, antwortete sie. „Es war meine Rache. Er hat mein ganzes Leben verändert… Sein Verrat hat mich tief getroffen, das konnte ich nicht

so stehen lassen, er musste dafür büßen.“

Tränen rannen über ihre Wangen.

„Du hast nie aufgehört ihn zu lieben?“, übernahm jetzt Ben die nächste Frage.

„Nein“, antwortete sie. „Nein, das konnte ich nicht, er war jener der mir die Liebe und Leidenschaft gezeigt hatte, ich hasste ihn für seinen Verrat und kam dennoch nicht von ihm los…“

 

🙂

Christa Helling

DER SCHLÜSSEL – Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

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Christa Helling
Der Schlüssel – Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
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BUCH: DER SCHLÜSSEL – Im Strudel der Zeit

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