DAS MEDAILLON – aus Mittendrin – Leseprobe 2

6. Juli 2018 0 Von administrator

„Ich denke Sascha war bei dir, wo hast du ihn denn gelassen?“ fragte Bastian jetzt Ben.
„Er sucht noch nach einen Parkplatz“, antwortete dieser. „Na dann, sucht euch schon mal einen Platz“, forderte Bastian auf.
Anja und Leandrah unterhielten sich gerade.
„… und ist es auch in deinem Sinne, dass ich, wenn ihr jetzt wieder weg seid, Jacko nehme?“
Leandrah, die davon noch nichts wusste, schaute fragend zu Bastian, der nickte und so bestätigte sie dessen Aussage diesbezüglich. In dem Augenblick trat Sascha ein.
Sascha hatte immer ein verschmitztes Lächeln im Gesicht, zeigte sich jetzt aber ziemlich aufgebracht. Ben fragte: „So schlimm kann es doch nicht sein, einen Parkplatz zu finden… wo zum Teufel hast du gesteckt?“
„Mir hat eine ziemlich freche Lady den schönen ausgeguckten Parkplatz vor der Nase weggeschnappt, so war ich gezwungen etwas länger zu suchen.“
„Du hast sie nicht gleich zur Rede gestellt?“, fragte Ben neugierig nach.
„Schwierig“, sagte Sascha. „Aber wehe wenn…“
Leandrah trat auf ihn zu. „Hallo Sascha darf ich dir meine Freundin Anja vorstellen, ich könnte mir vorstellen…“
Weiter kam sie nicht, Sascha unterbrach sie. „Das ist sie, diese Frau ist…“
Anja baute sich vor ihm auf. „Diese Frau ist Anja Holm und ich mag Kavaliere, die einer Frau immer ohne nennenswerte Probleme ihren Parkplatz überlassen.“
Sascha suchte nach Worten. „Sie…“, begann er. „… sind Anja Holm die Journalistin?“
„Genau.“
Erik, Ben, Bastian, Leandrah und Malon waren jetzt gespannt, sie alle hatten schon mal überlegt, das diese beiden ein ausgesprochen perfektes Paar abgeben würden und nun standen sie voreinander. Wobei diese erste Begegnung nun nicht gerade unter dem Punkt Harmonie abzubuchen war.
„Äh, ähm, ich bin Sascha Bretoni“, stellte er sich jetzt vor. Jetzt bekam Anja große Augen. „Der Sascha Bretoni, der Abenteurer Fotograf?“, fragte sie nach.
„Genau der“, bestätigte er locker.
„Wir sollten uns mal zusammensetzen“, sagte Anja da. „Ich wäre nämlich sehr an einer Zusammenarbeit mit Ihnen interessiert.“
„Das trifft sich gut“, entgegnete Sascha. „Auch ich habe reges Interesse mit einer guten Zeitung zusammen zu arbeiten und der Name Anja Holm steht zumindest für sehr guten Journalismus.“
„Danke“, sagte Anja.

„Bitte setzt euch“, bat Cornelia die gerade wieder eintrat und noch eine Auswahl an selbstgemachten Marmeladen hereinbrachte, gefolgt von Robert der den frisch gekochten Kaffee einschenken wollte. Verschiedene Wurst-, Schinken- und Käsesorten hatten bereits den Weg auf den Tisch gefunden, auch ein Korb mit Obst der Saison. „Greift zu“, wurde die Gruppe aufgefordert dann verließen sie den Raum wieder, schlossen dabei die Tür, denn sie wussten das Bastian und Leandrah etwas klären wollten.
Anja und Sascha hatten sich zusammengesetzt, ganz selbstverständlich, was von allen mit einem leichten Schmunzeln kommentiert wurde. Malon und Erik saßen zusammen und Leandrah war flankiert von Bastian und Ben. Bastian goss Leandrah von dem frisch gepressten Orangensaft ein. Sie griff nach den ersten Brötchen, Erik konnte da nicht an sich halten und fragte: „Eins reicht dir?“
„Nö, sicher nicht“, antwortete sie. „Aber hier stehe ich auch nicht unter Zeitdruck, also kann ich mir immer eins nach dem anderen holen.“
„Ich begann mir auch schon Sorgen zu machen…“, grinste Sascha. „… als ich gesehen habe, dass du deinen Teller nicht so üppig befüllt hast.“
Anja und Malon lachten. „Schön…“, japste Malon jetzt. „… dass du dich in dieser Hinsicht nicht verändert hast.“
„Wie wahr, wie wahr“, fügte Anja noch mit Lachtränen in den Augen hinzu.
„Was ihr nur habt, es heißt doch, Essen und trinken hält Leib und Seele zusammen“, verteidigte sich Leandrah.
„In Rom war es teilweise dramatisch“, erzählte Bastian jetzt augenzwinkernd. „Man hatte aufgrund ihres Magenknurrens gleich an Erdbeben gedacht.“
„Das kann ich nachvollziehen“, lächelte Ben.
„Ich würde sagen…“, meinte Bastian jetzt. „… wir frühstücken erst einmal in Ruhe und danach reden wir über die bevorstehende Herausforderung in Leandrahs Heimat. Und über Dinge die weitreichende Konsequenzen für unsere Freundschaft haben.“ Die letzten Worte klangen ernst und so schauten alle betroffen hoch.
„Nichts Ungenehmes“, sagte Leandrah. „Nur haben wir in Rom einiges erfahren das wir jetzt mit euch teilen wollen.“
Erik sah gerade zu Bastian der ihm den Schinken reichte. „Seit wann trägst du einen Ring?“ Dann glitt sein Blick automatisch zu Leandrah und er bemerkte den gleichen Ring auch bei ihr.
„Weitreichende Konsequenzen…“, sagte er. „Wie soll ich das verstehen?“ Ben wurde blass, als er die Ringe der beiden sah, der Schmerz in seinen Augen war unübersehbar und doch versuchte er sich nichts anmerken zu lassen.
Freunden kann man nichts vormachen, daher legte Leandrah jetzt ihre Hand auf die seine. „Es ist nicht so, wie du jetzt denkst, den gleichen Ring tragen sieben römische Freunde von uns ebenfalls… Es ist ein Freundschaftsring der besonderen Art. Diese sieben Freunde, Maria, Viola, Luciella, Claudio, Gerado, Luigio und Andrea, tragen ihn ebenso, wir waren einst in der Antike Roms Freunde. Wir haben damals einiges zusammen erlebt, das haben wir so nach und nach gemeinsam festgestellt. Eine höhere Macht hat uns in Rom zusammengeführt. Viola hat dann diese Freundschaftsringe entworfen und hergestellt und wir haben sie kurz bevor unser Flug zurück ging, einander angesteckt.“

„Viola Anello?“, fragte Sascha jetzt.
„Ja“, bestätigte Bastian. „Kennst du sie?“
„Na klar, ich habe doch diese Foto Aktion mit ihr gemacht, ihr Schmuck von nackten Frauen getragen die einfach so durch die Fußgängerzone schlenderten.“
Anja saß senkrecht auf dem Stuhl.
„Stimmt“, sagte sie. „Du, pardon, Sie waren der Fotograf, Signorina Anello hatte damals darauf bestanden.“
„Lass uns beim Du bleiben“, bat Sascha. „Das ist in so einer Freundesgruppe lockerer.“
„Gern.“ Anja wirkte erfreut.
„Also du warst dann die Journalistin?“, fragte Sascha nach. „Ein hervorragender Artikel sauber recherchiert, meine Hochachtung.“
„Man spricht davon…“, erklärte Anja den anderen. „… dass der Schmuck aus der Werkstatt Viola Anello magische Kräfte hat.“
„Allerdings….“, so ergänzte Sascha. „… muss man dieses gewisse Empfinden dafür haben.“ Cornelia kam zwischenzeitlich mal wieder rein, füllte die Kaffeetassen nach und verschwand genau so lautlos wieder.
Malon sprach Leandrah direkt an. „Bastian sagte, deine Oma ist ins Krankenhaus gekommen?“
„Ja, und sie will alle ihre Enkelinnen um sich herum haben, um uns einen Schlüssel für den Dachboden zu geben.“
„Der Dachboden der immer verschlossen war?“, fragte Anja nach.
„Genau den“, bestätigte Leandrah.
„Was haben wir uns immer für Gedanken gemacht was da hinter der Tür versteckt ist“, sagte Malon. „Mit allen Mitteln haben wir versucht darein zu kommen, aber dann tauchte deine Oma immer wie ein Zerberus auf und hat uns davon gejagt. Bis auf Sonja, die hatte sich mal übers Dach und einen losen Ziegel den Weg dahinein verschafft.“
„Wie echt?“, fragte Bastian.
„Wenn Sonja sich etwas vorgenommen hatte…“, sagte Anja nachdenklich. „… hat sie es auch in Angriff genommen. Die Worte „Nein, das dürft ihr nicht“ waren für sie immer eine Herausforderung, ein Abenteuer, das sie sich nicht nehmen ließ.“
„Und? Hat sie etwas herausgefunden?“, fragte Bastian.
„Voll alter Möbelstücke, Bilder, jede Menge Schmuck, Schriftstücke, Geschirr und Besteck, Gläser und Ausweise.“
„Ausweise?“, fragten jetzt alle überrascht.
„Ja, ich erinnere mich, dass wir damals, als sie uns das im Krankenhaus erzählte,

auch überrascht waren.“
„Im Krankenhaus?“
„Ja, beim wieder herausklettern war sie durch diesen Fund so durcheinander, das sie zwar den Ziegel wieder hinrutschte, aber sich von einer sie attackierenden Elster erwehren musste, das Gleichgewicht verlor und so vom Dach fiel. Ausgerechnet die Oma fand sie und wollte wissen wie das passiert sei. Sonja, obwohl vor Schmerzen kaum noch bei Besinnung, war so geistesgegenwärtig, dass sie sie immer wieder fragte, ob sie denn ein Engelchen sei und sie jetzt dem lieben Gott vorstellen wolle. Daraufhin rief die Oma den Krankenwagen und anschließend informierte sie Sonjas Eltern.“
„Stimmt“, erinnerte sich jetzt auch Malon. „Wir waren sechzehn und hatten uns für den Sommer so viel vorgenommen aber durchs Sonjas Sturz fiel das dann aus. Wir mussten ja immer wieder Besuche im Krankenhaus machen, auch dafür sorgen, das Sonja mit uns in der Klasse bleiben konnte, das hieß, mit ihr damals den Unterrichtsstoff durchpauken, damit sie den Anschluss nicht verlor. Sonja musste den ganzen Sommer im Krankenhaus bleiben, uns hat sie dann erzählt was sie dort gesehen hatte. Aber sobald Besuch von ihren Eltern oder der besorgten Oma von Leandrah auftauchte, hatte Sonja diese besorgniserregenden Gedächtnislücken. Den Ärzten war das ein Rätsel und so einigte man sich dann auf eine vorübergehende Amnesie.“
Ben schüttelte den Kopf. „Wie kommt Thomas mit ihr zurecht?“
„Falsche Frage“, beschied ihn Malon. „Die Frage muss heißen: Wie kommt Sonja mit Thomas zurecht?“
„Er ist ihr ruhender Pol“, warf Leandrah ein. „Er ist das Ying zu ihren Yang. Wir sind das Abenteuer, das sie dann und wann mal braucht und Thomas ihr lässt, weil er weiß, sie kommt zu ihm zurück.“
„Sein Häschen“, setzte Bastian hinzu.
„Genau“, bestätigte Leandrah. „Eins muss man aber sagen, sie ist eine großartige Freundin und immer da, wenn es mal brennt.“ „Das stimmt“, pflichteten ihr die anderen zu. „Man könnte von uns fast von den fünf Musketieren sprechen.“

„Musketiere, das ist ein gutes Stichwort“, nahm Bastian den Faden auf. „Wenn ihr dann mit dem Frühstücken fertig seid…“
„Also wir sind soweit fertig aber ob Leandrah das ist…?“ Sascha grinste. Wie durch Zauberhand ging die Tür auf und Bastians Eltern kamen herein und räumten den Tisch ab, ließen aber Säfte und Obst stehen, ergänzten das noch durch Fingerfood und Kekse. Danach verschwanden sie wieder lautlos.

„Bastian komm zur Sache“, forderte Ben. Bastian begann das Päckchen auszupacken welches vorhin per Kurier ankam. Vier Saphirblaue Lilien als Anhänger an einer feinen goldenen Kette, wobei der Hintergrund der Lilie ebenfalls aus Gold war. Bastian begann: „Gestern mussten Leandrah und ich arbeiten und sie kam mit einem Auftrag nach Hause der sie in ihre Heimat führt. Ich habe die Möglichkeit meine Berechnungen für mein derzeitiges Projekt überall ausführen zu können, daher
werde ich sie begleiten.“
„Gute Entscheidung“, stimmte Anja zu. „Nicht nur, weil ich dann Jacko wieder in Pflege habe.“
„Diese Kolumne kannst du dann ja weiterschreiben“, kicherte Malon. „Die ist so witzig, die ist einfach ein Sonnenstrahl an einem grauem Tag.“ Die anderen nickten beifällig.

„Dann kam der Anruf ihrer Mutter, die Leandrah bat, nach Hause zu kommen, wegen

dieses Schlüssels den ihre Oma an die fünf Enkelinnen geben will, damit sich alle etwas vom Dachboden nehmen sollen.“
„Wenn deine Cousinen den gleichen Anruf bekommen haben…“, meinte Malon. „… dann sind sie jetzt schon am Nähen.“
„Wieso? Ich verstehe nicht“, fragte Erik nach.
Anja und Malon lachten. „Echt nicht?“, fragten sie dann. Erik schüttelte den Kopf.
„Große Säcke…“, erklärte Anja. „… nähen sie, damit viel reinpasst von dem was man eventuell dort an Schätzen finden kann.“ „Und sie sind flink darin“, ergänzte Malon. „Weil sie ja Angst haben jemand könnte ihnen zuvor kommen.“
„Witzig ist nur…“, fügte Anja hinzu. „… die sind auch untereinander so, jede hat Angst das die andere mehr hat.“
„Aha“, meinte Erik dann. „Ich verstehe.“

🙂

Christa Helling

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BUCH: DAS MEDAILLON – Im Strudel der Zeit

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